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Taten der Barmherzigkeit in Russland |
Die Kinder prägen die Zukunft eines Landes und die nachfolgenden Generationen. Deshalb haben wir uns entschieden, verstärkt in diese Altersgruppe zu investieren.
Aus dieser Entscheidung heraus ist zum Beispiel der Strassenkinder-Club entstanden. Die Kinder treffen sich regelmässig im Club, erhalten medizinische Versorgung, Entlausungskuren, frische Kleider und sie bekommen eine warme Mahlzeit. Sie verbringen gemeinsam die Nachmittage, erhalten Unterstützung bei Schulaufgaben und finden teilweise zum ersten Mal in ihrem Leben jemand, der ihnen zuhört und mit ihnen über Probleme spricht. Auch die Beziehung zu den Eltern der Kinder ist den Sozialarbeiterinnen wichtig. Sie versuchen, den abgebrochenen Kontakt wieder herzustellen und stehen den Eltern mit Rat in Erziehungsfragen, einem offenen Ohr für Sorgen und fachkundiger Hilfe zur Seite. Falls eine Rückkehr in das Elternhaus nicht mehr möglich ist, versuchen die Sozialarbeiterinnen, für die Kinder ein anderes Zuhause zu finden, zum Beispiel in einem Kinderheim. Es ist ihr grosses Ziel, die Kinder von der Strasse wegzubringen und ihnen doch noch etwas von der fast verloren gegangenen Kindheit zurückzugeben.
Im Sommer führen die Sozialarbeiterinnen jeweils ein spezielles Programm durch. Die Kinder verbringen den ganzen Tag im Club, erhalten 2 warme Mahlzeiten und machen gemeinsame Ausflüge in die nahegelegenen Wälder oder gehen schwimmen. Für viele Kinder ist das Sommerprogramm der absolute Höhepunkt ihres oft schwierigen Lebens.
Bronja, 14 Jahre alt, berichtet über sein Leben und den Strassenkinder-Club: "Ich lebe mit meiner Mutter in einem Wohnheim. Sie arbeitet nicht und trinkt. Bereits seit 2 Jahren besuche ich den Club. Im Sommer fand ich Arbeit und konnte mir Schuhe und einen Trainer kaufen. Nun ist Winter und ich habe keine warmen Kleider. Die Schule besuche ich so regelmässig wie möglich und lerne auch recht gut. Bei mir Zuhause gibt es nichts zu essen, aber ich bekomme einmal im Tag im Club eine warme Mahlzeit."
Viele Menschen in Russland, die keine Zukunftsperspektive mehr haben und mit der Sinnlosigkeit des Lebens kämpfen, greifen zu Suchtmitteln: oft zu Vodka, aber auch zu harten Drogen.
Vision Ost möchte diesen Menschen einen Ausweg bieten und führt deshalb Rehabilitationszentren. Hier wird den Süchtigen die Möglichkeit zu einem Neuanfang geboten. Sie können einen Entzug durchführen und werden langsam an ein regelmässiges Alltagsleben gewöhnt. Durch die Mithilfe in der Betreuung von Tieren (Schweinen und Kälbern), sowie bei der Mitarbeit in der Forstwirtschaft und im Garten, lernen sie, Verantwortung zu tragen. Ausserdem erhalten sie ein neues Selbstbewusstsein durch das Wissen, gebraucht zu werden.
Aber die Therapieteilnehmer erhalten nicht nur medizinische und psychologische Hilfe für die Bewältigung ihres Lebens, ihnen wird auch die Möglichkeit geboten, sich mit dem Glauben an Gott auseinanderzusetzen. Der Glaube ist ein weiterer Stützpfeiler, der helfen kann, dem oft herausfordernden Alltag zu begegnen, ohne zurück in die Drogensucht fallen zu müssen.
Igor, ein ehemaliger Rehabilitand, berichtet: "Das Hauptziel meines Lebens war das Vergnügen. Ich machte Glücksspiele und trank Alkohol. Dann merkte ich, dass ich mich entscheiden muss, was für ein Leben ich führen will und ging in das Rehabilitationszentrum. Heute lebe ich selbständig, besuche Gottesdienste und gehe in eine Gesprächsgruppe. Ich danke Gott für solche Rehazentren, wo Leute, die keinen Sinn mehr im Leben sehen, von neuem aufleben und Gott kennen lernen können."