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Taten der Barmherzigkeit in Russland |
"Ich heisse Stepan und bin 15 Jahre alt. Ich besuche den Strassenkinderclub schon seit 2 Jahren. Gehört habe ich von diesem Club durch meine Freunde. Sie sagten mir, dass es dort gut ist, dass man zu Essen bekommt und dass Sozialarbeiterinnen bei vielen Problemen helfen.
Meine Mutter hat damals nicht gearbeitet und viel getrunken. Mein ältester Bruder sitzt im Gefängnis. Ich hatte nichts zu essen.
Zuerst besuche ich den Klub nur, um dort eine warme Mahlzeit zu erhalten, aber mit der Zeit begannen mir die Lehrstunden, Lektionen und Spiele zu gefallen. Ich habe Antworten auf viele meiner Fragen erhalten, z. B. warum und für was ich lebe, warum Ungerechtigkeit im Leben herrscht, warum es Hunger gibt und warum ich ein schlechtes Leben führe.
Im Club habe ich treue Freunde gefunden, ich lernte, geduldig zu sein. Ausserdem begann ich professionell Break Dance zu tanzen und Graffiti zu malen. Ich rauche nun nicht mehr und treibe mich nicht mehr auf der Strasse herum.
Oft besuche ich die Kirche. Vor kurzem habe ich mein Leben Gott anvertraut. Jetzt schreibe ich oft meinem Bruder ins Gefängnis. Ich möchte ihm gerne von Gott erzählen. Meine Mutter hat sich auch verändert. Sie trinkt in der Zwischenzeit nicht mehr und arbeitet als Putzfrau. Dort verdient sie aber sehr wenig und wegen der Krise wurde der Lohn noch mehr gekürzt. Ich möchte ihr gerne helfen, wo ich nur kann."