Gruppenbild
Berichte aus Russland

Nicht mehr überall rauchts aus den Schornsteinen...

rauchende Schornstein in N. Tagil

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat Russland mit aller Härte getroffen. In den Gebieten, wo Vison Ost arbeitet, in der Provinz, trifft es wieder einmal diejenigen, welche sowieso schon wenig haben. Ene soziale Abfederung gibt es nicht. Auch keine Arbeitsvermittlung. Die Menschen verlieren die Arbeit und fallen ins Bodenlose. Ein Bekannter schreibt uns: "Vorgestern sagten sie mir: Morgen brauchst du dann nicht mehr zur Arbeit zu kommen."

Vision Ost arbeitet zur Zeit in 6 Gebieten, die sich über 2000 km erstrecken. Hier eine Auswahl von Berichten über die Situation von MitarbeiterInnen aus 4 wichtigen Städten:

G. (Strassenkinderarbeit) aus N. Tagil berichtet: "Das Uralwagonwerk hat 12'000 Menschen gekündigt. Deshalb haben viele Eltern von Kindern, die ich betreue, den Arbeitsplatz verloren. Sie trinken jetzt noch mehr und lassen ihre Frustration an den Kindern aus. Die Kinder gehen von Zuhause weg und übernachten bei Freunden, in Kellern und Hauseingängen. Die Preise für Miete, Hygieneartikel und Lebensmittel sind wieder gestiegen."

P. aus Nischni Novgorod berichtet: "Viele haben Angst wegen der Krise. In Russland verliert man die Arbeit. Grössere Werke schliessen und Mitarbeiter werden rausgeworfen."

P. aus Usinsk berichtet: "Unsere Stadt ist die Erdöl- und Gashauptstadt von Komi, deshalb hat uns die Krise stark getroffen. Früher haben die Leute über nichts nachgedacht. Sie hatten das beste Gehalt von ganz Komi und erhielten immer Kredite. Nun sind Probleme gekommen und die Menschen beginnen, über den Sinn des Lebens nachzudenken."

Sozialarbeiter A. aus Syktyvkar berichtet ganz konkret über die Folgen der Wirtschaftskrise in der Sozialarbeit. Er ist verantwortlich für die Obdachlosenverpflegung. "Zur Zeit kommen täglich 40 - 45 Menschen, darunter viele Teenager, um eine warme Mahlzeit zu bekommen. Bis jetzt war die Obdachlosenverpflegung nur von Montag bis Freitag geöffnet, den Obdachlosen ist es aber ein grosses Bedürfnis, am Samstag ebenfalls kommen zu dürfen, damit sie auch dann etwas zu Essen erhalten."

Der Ernst der Situation in Russland fordert uns als Hilfswerk ganz besonders. Taten der Barmherzigkeit sind jetzt mehr denn je gefragt.

Zurück

copyright @ Vision Ost

Knabe

Logo