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Berichte aus Russland

Strassenkinder-Club live!

Die Kinder helfen mit!

Sozialarbeiterin Galina berichtet: "Die Tagesabläufe im Strassenkinder-Club sind grundsätzlich ähnlich. Aber immer wieder gibt es Augenblicke, wo mich das Schicksal eines Kindes ganz besonders berührt.

Mein Tag beginnt früh, denn es gehört zu meinen Aufgaben, das Essen für die Kinder vorzubereiten und die Räumlichkeiten zu reinigen. Ausserdem wasche ich auch Kleider für die Kinder. Um 11 Uhr treffen die ersten Jugendlichen im Club ein. Es sind diejenigen, die nicht zur Schule gehen, sondern wirklich auf der Strasse leben. Als nächstes öffnet sich die Tür und jüngere Schülerinnen und Schüler stürmen in den Club, die wegen ihres Alters weniger Stunden Unterricht haben. Am Schluss kommen auch noch alle anderen. Zusammen mit den Kindern decken wir die Tische, essen und räumen auch wieder ab. Danach erledigen die Kinder ihre Hausaufgaben. Wenn Hilfe benötigt wird, sind Leute da, die sie unterstützen. An dem Tag, von dem ich berichte, ging ich während dieser Zeit einkaufen. Als ich zurück kam, waren die meisten Kinder bereits gegangen.

Da es Winter ist, wurde es um circa 18 Uhr dunkel und es war bitter kalt (-30 Grad Celsius). Plötzlich hörte ich ein Klopfen an der Tür. Ich öffnete. Auf der Schwelle stand ein kleines Mädchen, Vera, circa 7 Jahre alt. Sie trug kaputte Kleider, die Schuhe hatten Löcher und sie besass keine Pantoffeln. Vera stand da und weinte. Sie erzählte: "Meine Mutter ist früh weg gegangen als ich noch schlief. Nun ist es schon Abend und sie ist immer noch nicht nach Hause gekommen." Vera stand unter Schock und war hungrig, da sie den ganzen Tag nichts gegessen hatte. Ich lud sie ein, in den Club zu kommen und gab ihr zu essen und trockene, warme Kleidung. Vera beruhigte sich und begann zu spielen. Um 21 Uhr gingen wir zu Vera nach Hause um zu schauen, ob die Mutter in der Zwischenzeit gekommen sei. Doch das Zimmer war immer noch leer. Da Vera und ihre Mutter in einem Wohnheim leben, informierte ich den Wächter, dass ich Vera in den Club zur Übernachtung mitnehmen würde. Ich beauftragte ihn, der Mutter auszurichten, dass sie auch in den Club kommen solle, wenn sie Zuhause einträfe. Vera und ich kehrten zum Club zurück, assen Abendbrot und gingen schlafen. Die Mutter kam am nächsten Tag um 11 Uhr nach Hause. 

Jetzt besucht Vera den Club regelmässig. Ich schaue darauf, dass sie keinen Hunger leidet und warm gekleidet ist. Ich bin immer bereit, im Club einsame und hungrige Kinder zu beherbergen." 

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