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Berichte aus Russland

Sibirien - nur Kälte, Eis und Moskitos?

Wälder und Seen
Im weitesten Sinne bezeichnet man den ganzen asiatischen Teil von Russland als Sibirien. Die Fläche dieser Gegend beträg 9,6 Millionen Quadratkilometer. Die Grenze von Sibirien ist aber nicht eindeutig definiert, sie unterscheidet sich in einer historischen, einer geographischen und einer politischen Grenze. Für die Russen selbst beginnt Sibirien hinter dem Ural und endet kurz hinter dem Baikalsee bei Ulan-Ude.

Der Baikalsee ist übrigens der grösste und tiefste Süsswassersee der Welt. Er hat eine Grösse von 31'500 Quadratkilometer und eine Tiefe von 1'637 Metern.

Wenn es in der Schweiz sehr kalt ist, spricht man von der "sibirischen Kälte". Dies hat ganz sicher seine Berechtigung, denn in Sibirien kann es im Winter bis zu -72 Grad Celsius werden. Die grösste Fläche dieser Gegend ist 9 Monate eines Jahres mit Schnee bedeckt. Dennoch werden die Sommermonate erstaunlich heiss. Temperaturen bis +40 Grad Celsius sind absolut im Bereich des Möglichen. Diese feucht-heisse Luft ist natürlich ein Paradies für Moskitos, die sämtliche Lebewesen mit Vergnügen plagen.

Sibirien wird in drei Naturgebiete aufgeteilt: Die Tundra mit kleinen Sträuchern, Gräsern, Moos und Flechten, die Taiga (russisch: Wald) mit Nadelwäldern im Westen und Lärchen im Osten und der Steppe mit Gräsern und Kräutern. In der Waldsteppe findet man vor allem Birken.

In Sibirien gibt es eine grosse Anzahl von Bodenschätzen. Die Gegend ist eigentlich sehr reich, nur die Förderungsmaschinen sind oft alt und nicht mehr funktionstauglich. Deshalb liegt vieles brach. Man findet nämlich unter anderem Erdöl, Erdgas, Gold, Diamanten, Holz und Kohle.

Die Einwohnerzahl von Sibirien beträgt nur 23 Millionen Menschen. Für eine so grosse Fläche ist dies äusserst wenig, pro Quadratkilometer leben nur 2,7 Personen. Dies hat einerseits mit dem Rückgang der Geburtenrate sowie der Stagnierung des Lebensalter zu tun. Zusätzlich leidet Sibirien aber auch stark unter der Abwanderung der Bevölkerung. Wenn sie nicht ins Ausland abwandern, versuchen viele Leute ihr Glück in den grossen Ballungszentren Moskau und St. Petersburg, wo sie sich Arbeit und eine höhere Lebensqualität erhoffen.

Die Menschen, die keine Möglichkeit zum Umzug haben, bleiben oft in grosser Not in ihren Städten zurück. Dies sind die Leute, denen Vision Ost helfen will.

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