In den Weiten der Taiga im Uralgebiet und Sibirien streifen sie umher - die Urvölker Russlands - von denen einige noch immer als Nomaden und Halbnomaden leben und ihren Unterhalt mit Fischfang, Jagen und teilweise Rentierzucht verdienen. In den Gebieten, in denen Vision Ost tätig ist, findet man vorwiegend Nenzen, Chanten und Mansen. Die Bevölkerungszahlen sind, obwohl einige Stämme durch den Völkermord Stalins beinahe die Hälfte an Menschen verloren haben, doch beachtenswert:
Komi-Volk: circa 500'000 Stammesangehörige
Nenzen: circa 41'000 Stammesangehörige
Chanten: circa 29'000 Stammesangehörige
Mansen: circa 11'500 Stammesangehörige
Die Ureinwohner wurden während dem Kommunismus gezwungen, ihr Land zu verlassen und in "Ureinwohnerdörfer" umzuziehen. Die Kinder kamen in Internate, in denen keine Rücksicht auf ihre kulturelle Herkunft genommen wurde. Nach ihrer Rückkehr in die Stammesgebiete konnten sie sich in dieser Umgebung nicht mehr zurechtfinden, weil sie völlig entfremdet und entwurzelt waren. Dies hat heute zur Folge, dass viele Nachkommen nicht mehr in der Lage sind, in der Härte der Taiga mit ihren klimatisch extremen Bedingungen zu überleben. Ausserdem ist die Lebensdauer der Eingeborenen wesentlich kürzer als diejenige der russischen Einwohner. Durch den Verlust ihres Jahrhunderte lang gewohnten nicht sesshaften Lebensstils, des Jagens und Fischens, sowie durch den Verlust ihres Landes ist die Gefahr gross, dass sich die Ureinwohner dem Konsum von Vodka hingeben.
Viele Stammesvölker sind ihrer Religion, dem Animismus, treu geblieben. Das heisst, sie glauben, dass in allen Objekten (z. B. Steinen, Pflanzen) und Kräften geistliche Wesen leben. Der Mensch kann mit diesen Wesen in Kontakt treten und umgekehrt. Schamanen haben den Auftrag, diesen Kontakt herzustellen. Sie werden oft als Heilige verehrt und haben manchmal mehr Einfluss als der Stammesführer selbst. Ein Beispiel für den Animismus ist der Bärenkult. Der Bär wird verehrt aufgrund seiner Stärke, Cleverness und Grösse. Er wird auch nicht beim Namen genannt, sondern es wird vom "Alter mit den Krallen" gesprochen. Wird ein Bär getötet, finden anschliessend drei Tage Opferrituale statt, um sich mit dem Geist des Bären auszusöhnen. Sein Kopf wird an der Wand gegenüber dem Hauseingang aufgehängt. Er soll Schlechtes vom Haus und seinen Bewohnern fernhalten.
In der heutigen Zeit ist unter den Urvölkern ein neues Stammesbewusstsein aufgebrochen. Sie legen neu Wert auf ihre Traditionen. Trotzdem ist ihr Leben alles andere als einfach, besonders seit der Entdeckung von Öl in den Gebieten, in denen sie herumgezogen sind. Viel von ihrem Land gehört heute den Ölgesellschaften und ein freies Herumziehen ist nicht mehr möglich. Ihr Leben ist und bleibt eine Gratwanderung zwischen Fortsetzung der alten Traditionen und dem Zurechtfinden in einer neuen Welt.